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Theater

dantons tod

büchner/ diplom kkh berlin.


figurinen u. bühne zu „dantons tod“ waren teil meiner diplomarbeit im wendejahr 1990. es ist klar, in welchem starken ausmass die äusseren prozesse diese arbeit beeinflussten.

als bühnenidee wählte ich eine auf dem kopf stehende textilfabrikhalle – eine ruine, auf einer hollandreise fotografiert.

die überreste einer revolution - ruinen einer „abgegessenen“ zeit, einer zeit äusserster verwirrung, einer krisenzeit. ruinen von zeiten, die einander überlagerten und verschlangen, vergänglichkeit und ambivalenz der revolution signalisierend.

die bühnenentwürfe entstanden collagenartig, indem ich figurinen und figuren im raum aktuell aus der tagespresse heraussuchte, meine entwürfe immer wieder um authentische fotos ergänzend.
es war ähnlich der arbeit an einer live - reportage. ich setzte fotos von rentnern (sorry, natürlich ost damals ),die mit leeren einkaufswagen den ausverkauf bei c&a stürmten in diese leere, auf dem kopf stehende fabrikhalle und bestückte die einkaufswagen mit armen und beinen von tänzern, die wie abgehackt daraus hervorschauten, das kannibalische des ausverkaufs formal in szene setzend. aber auch die faszination von neuen künstlerischen wegen, die sich eröffneten, dokumentierte ich auf diese art., die gefundenen bilder in den szenischen verlauf einflechtend. so ist das kostüm der lucile, madonna nachempfunden – viele andere sind eindeutig aus dem hausbesetzer- oder xberger- kunstszene - outfit der späten 80er zitiert.

die bezüge zur ambivalenz revolutionärer prozesse konnten nicht authentischer sein, als in dieser zeit.

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