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Theater

king arthur

h.purcell/ hfm h.eisler/ regie: m. hakenbeck.


diese oper mit ihren zauberern, elfen, schäfern – dem pazifistischen, utopistischen geist ihres librettos, hat etwas sympathisch hippiehaftes. nur der 5.akt gibt sich betont überpatriotistisch, aber auch hier finden sich zwischentöne, die eher humor ausstrahlen als bierernstes vaterlandsbekennertum.
warum widmet sich purcell wieder einem matriarchalen thema, wie auch in dido oder in fairy queen? hier geht es um emmeline, die rechtmässige erbin des britischen throns, die arthur-legende, die entstehung britaniens.
die blindheit emmelines steht für das verlorengegangene sehertum der frau – sie wird zur blossen erbträgerin und so zur ware.

die blinde prinzessin emmeline gerät als tauschobjekt zwischen die mühlsteine des von königen und zauberern geführten krieges. um sie herum - mord -und totschlag.
sie aber versucht, das, was ihr nicht erklärt wird, mit ohren, antennen, fühlern zu „sehen“.
es gelingt ihr, immer näher zu erfassen, was sie aufgrund ihrer blindheit, ohne erklärung durch andere nicht zu erkennen vermochte.

„haben alle männer kein gesicht?“, „ist liebe blind geboren?“, sie stellt ganz simple fragen, die man in dem einen oder anderen kontext schon mal gehört zu haben glaubt.

die bühne ist als gegensatz zum empfindsamen, hörenden verhalten emmelines konzipiert.
eine welt von optischen geräten, fernrohren, lupen, brenngläsern, mikroskopen bis hin zu alten fernsehern, modernen bildschirmen, kaleidoskopen u. messgeräten aller art tut sich auf.
das banale, obszön oberflächliche der wissenschaft und der medien konfrontiert mit einer welt darin herumirrender „märchenfiguren“. konfrontiert mit dem lachen, dem zufall, dem widerspruch, dem paradoxen.

alle geräte sind untereinander verknüpft. per video hat der zuschauer teil an dieser videoüberwachung, videowerbung. videospielerei.
was stellt ein verirrter elf mit all dieser technik an? wie bekriegen sich 2 zauberer damit?
wie wirkt sich die musik purcells auf all diese ermessbarkeit aus ?

die kostüme wollte ich eher,wie die wirklicher „märchenfiguren“ sehen, die durch eine welt eiskalter konfrontation irren. nicht zu vergessen, dass es in dieser oper den chor der frozen people gibt und die arie des kältegeistes, wunderschön zu hören auch auf einer platte von klaus nomi.

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