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Theater



blaubarts burg

bèla bartok/ studienarbeit kkh berlin.

Inzienierung//


Figurinen //

die bühne zu dieser expressionistischen oper ist bei mir kein schloss mit 7 geheimen türen, sondern das becken des pankower freibades, welches ich bei einem sprung über den zaun entdeckte. im frühling stand das becken mit seinen 2 schiefen ebenen noch leer. die überschwemmten wiesen ringsherum erweckten den eindruck, als würden die bäume darauf aus dem wasser wachsen. ich kletterte auf den 10meter – turm. dort kam mir die idee, das alles als ein sinnbild der ddr- leistungsgesellschaft – ein trockenschwimmen ohne wasser – für meine blaubart - bühne zu verwenden. ein nach aussen sozial, sportif und leistungsbezogen erscheinen wollender staat, doch es fehlt eins – das „wasser“ – das element, das alles lebendig macht – sogar die krudeste wissenschaftliche theorie.

ein trockenschwimmen in einem raum mit 2 schiefen ebenen.
die alles hinterfragende judith, versucht immer wieder vergeblich hinauszugelangen. die sieben türen, die sie nicht öffnen soll, aber trotzdem öffnet, sind bei mir nicht real vorhandene bühnentüren – sondern sieben tänzerische performances – alptraumhafte szenen.

trotz blaubarts widerstreben öffnet judith tür für tür. sie entdeckt darin figuren, die agieren in ihrer existenzialität unverstellt u. individuell, mit nur einem manko – sie alle tragen die maske - blaubarts. die züge blaubarts stellte ich als die des gewöhnlichen spiessers, des „honnis“ von nebenan dar. in sonnenbrille, shorts, damals so beliebter herrenhandgelenktasche, westover, tennisocken, spasseshalber die badekappe drauf, manchmal war es allerdings auch eine samurai- perücke – ein urbild der rechtschaffenheit. diese maske entdeckt judith an allen figuren, der als bild der sieben türen eingespielten sieben alptraumhaften szenen.

das ist der moment in dem sie ihr für diese oper symptomatisches , schrilles „blut!“ ruft.
auch auf der bühne entblättert sich nach und nach ein transparentartiges gesicht blaubarts.

als synthese wird dieser raum von einem anderen überlagert. diesen fand ich auf einem foto, welches ein freund auf seiner reise durch böhmen machte. es handelte sich um die trümmer eines alten jüdischen badehauses aus den 20er jahren, welches von den nazis zerstört war. mein freund hatte das foto „hotel zum fröhlichen tod“ untertitelt.

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